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Bundestagswahl 2025 Nachlese: Bilanz Nach Einem Jahr
Ein Jahr Schwarz-Rot unter Kanzler Friedrich Merz: Was hat die neue Bundesregierung aus ihren Versprechen gemacht? Die Bilanz fällt gemischt aus.
Wer die Entwicklungen verfolgt hat, weiß: Zwischen Koalitionsvertrag und Regierungsalltag liegen oft Welten.
Nach der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 versprach die neue Koalition aus CDU/CSU und SPD einen Neustart für Deutschland, mit mehr Sicherheit, einer stärkeren Wirtschaft und spürbaren Verbesserungen im Alltag.

Schon der Start verlief holprig. Friedrich Merz scheiterte im ersten Kanzlerwahlgang – zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik war ein zweiter Wahlgang nötig.
Das setzte den Ton für die ersten Monate: viel Streit, viele Beschlüsse, aber auch viel Ernüchterung.
Hier bekommst du einen Überblick, was vereinbart wurde, was tatsächlich passierte und warum viele Vorhaben noch auf sich warten lassen.
Ausgangslage Nach Der Wahl

Die Wahl vom 23. Februar 2025 verschob die politischen Gewichte deutlich. CDU/CSU wurden stärkste Kraft, die AfD erzielte ein Rekordergebnis, und die Ampel-Koalition war Geschichte.
Für die neue Regierung bedeutete das: hoher Erwartungsdruck von Beginn an.
Mehrheiten Und Machtverhältnisse
CDU/CSU und SPD kamen zusammen auf rund 52 Prozent der Sitze im Bundestag. Das reichte für eine stabile Mehrheit, aber es war kein Triumphsignal.
Im neuen Parlament sitzen neben Union und SPD auch die AfD, die Grünen und die Linke.
Die AfD als starke Oppositionskraft setzte die Koalition von Anfang an unter Druck. Jede Entscheidung in der Migrationspolitik stand besonders im Fokus.
Zentrale Erwartungen An Das Regierungsbündnis
Die Menschen in Deutschland erwarteten von Schwarz-Rot vor allem drei Dinge: eine Wende in der Wirtschaftspolitik, eine deutliche Reduzierung der irregulären Migration und spürbare Entlastungen im Alltag.
Merz hatte im Wahlkampf eine „Asylwende“ und eine „Wirtschaftswende“ versprochen.
Besonders in der Wirtschaft war der Druck groß. Deutschland steckte in einer schwachen Konjunkturphase, viele Unternehmen klagten über hohe Energiekosten und zu viel Bürokratie.
Die Erwartungen waren hoch, die Spielräume jedoch begrenzt.
Was Im Koalitionsvertrag Festgelegt Wurde

Der Koalitionsvertrag wurde am 5. Mai 2025 unterzeichnet, rund 45 Tage nach der Wahl. Auf 144 Seiten hielten CDU/CSU und SPD fest, was sie gemeinsam erreichen wollten – von Wirtschaftspolitik bis Rentenreform.
Prioritäten Für Die Ersten 100 Tage
Die Koalition setzte drei klare Schwerpunkte für den Anfang: schnelle Maßnahmen zur Migrationsbegrenzung, erste Schritte zur wirtschaftlichen Erholung und Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger.
Merz erklärte öffentlich, die Menschen sollten schon im Sommer spüren, dass es vorangehe.
Konkret geplant waren unter anderem schärfere Grenzkontrollen, eine Reform des Bürgergeldes hin zu einer „Neuen Grundsicherung“ sowie steuerliche Erleichterungen für Unternehmen.
Das waren die sichtbarsten Ankündigungen der ersten Wochen.
Finanzielle Und Rechtliche Leitplanken
Der Vertrag legte auch fest, in welchem Rahmen die Koalition agieren wollte. Die Schuldenbremse sollte grundsätzlich eingehalten werden, mit Ausnahmen für Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
Diese Ausnahmen beschloss der Bundestag noch vor der Regierungsbildung.
Für viele Vorhaben fehlte von Beginn an eine klare Finanzierungsquelle. Das sollte sich später als eines der größten Hindernisse zeigen.
Bilanz Der Wichtigsten Vorhaben
Wer die ersten 100 Tage und das erste Jahr der Merz-Regierung verfolgt, sieht ein uneinheitliches Bild. In manchen Bereichen wurden Fakten geschaffen, in anderen blieb es bei Ankündigungen.
Wirtschaft Und Industriestandort
Der Koalitionsvertrag sah Steuererleichterungen für Unternehmen, weniger Bürokratie und günstigere Energiepreise vor. Die Regierung beschloss erste Entlastungspakete, aber die Umsetzung zog sich.
Bürokratieabbau läuft zäh. Konkrete Gesetze dazu liegen im parlamentarischen Verfahren, aber Unternehmen spüren davon bisher wenig.
Die wirtschaftliche Erholung blieb im ersten Jahr hinter den Erwartungen zurück.
Migration Und Innere Sicherheit
Das war das politisch sichtbarste Feld. Die Bundesregierung verschärfte die Grenzkontrollen deutlich und setzte mehr Abschiebungen durch als in den Vorjahren.
Für viele Wählerinnen und Wähler war das ein sichtbares Signal.
Gleichzeitig gab es rechtliche Auseinandersetzungen und Druck aus der EU. Manche Maßnahmen stoppten Gerichte oder sie mussten angepasst werden.
Die Debatte über den richtigen Weg bleibt offen.
Klima, Energie Und Infrastruktur
Im Koalitionsvertrag stehen Investitionen in Infrastruktur und Energie. Das Sondervermögen für Investitionen schuf finanzielle Spielräume, die konkrete Projektplanung läuft.
Fertige Ergebnisse nach einem Jahr? Fehlanzeige – aber bei großen Infrastrukturprojekten ist das wohl keine Überraschung.
Beim Klimaschutz machte die Koalition klar, dass Wirtschaftswachstum Vorrang hat. Umweltorganisationen kritisierten das, während Teile der Wirtschaft aufatmeten.
Soziales, Arbeit Und Alltagspolitik
Im Alltag entscheidet sich, ob eine Regierung als erfolgreich wahrgenommen wird. Gerade hier lagen die Erwartungen hoch.
Steuern, Entlastungen Und Lebenshaltungskosten
Die Koalition kündigte steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Erste Schritte gab es, etwa Anpassungen beim Einkommensteuertarif.
Für viele Haushalte blieb die spürbare Entlastung aber gering.
Die Lebenshaltungskosten, besonders bei Energie und Lebensmitteln, blieben ein Thema. Gezielte staatliche Hilfen gab es nur für bestimmte Gruppen.
Eine breite Preisbremse kam nicht.
Rente, Bürgernahe Leistungen Und Arbeitsmarkt
Das Bürgergeld sollte durch eine „Neue Grundsicherung“ ersetzt werden, die weniger kostet und mehr Anreize zur Arbeit setzt. Das Thema wurde im Bundestag debattiert, aber eine vollständige Umsetzung steht noch aus.
Bei der Rente versprach die Koalition Stabilität. Eine größere Rentenreform ist geplant, aber noch nicht beschlossen.
Am Arbeitsmarkt blieb die Lage stabil, ohne starke Impulse in die eine oder andere Richtung. Fachkräftemangel bleibt ein ungelöstes Problem.
Warum Vieles Verändert Oder Vertagt Wurde
Wer politische Versprechen mit der Realität vergleicht, stößt auf ein Muster: Viele Vorhaben wurden abgeändert, verschoben oder gar nicht angegangen. Dafür gibt’s konkrete Gründe.
Haushaltszwänge Und Finanzierungslücken
Der Bundeshaushalt ist eng. Die Schuldenbremse begrenzt den Spielraum, und viele Vorhaben kosten mehr als ursprünglich gedacht.
Im Haushaltsentwurf für 2025 und 2026 mussten Prioritäten gesetzt werden. Manche Projekte mussten warten.
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung schafft zwar zusätzliche Mittel, ist aber zweckgebunden.
Für allgemeine Entlastungen oder neue Sozialprogramme fehlt das Geld.
Konflikte Zwischen Den Koalitionspartnern
CDU/CSU und SPD haben unterschiedliche Wählerschaften und andere Prioritäten. In der Sozialpolitik, beim Bürgergeld und bei Steuerfragen gab es erhebliche Spannungen.
Kompromisse dauern, und nicht jeder Kompromiss befriedigt beide Seiten.
Schon in den ersten 100 Tagen zeigte sich, dass die Koalition intern oft streitet. Das verlangsamte die Gesetzgebung und sorgte für negative Schlagzeilen.
Druck Durch Länder, EU Und Weltlage
Deutschland ist kein Inselstaat. Die EU setzt rechtliche Grenzen, besonders in der Migrationspolitik.
Die Bundesländer haben eigene Interessen und blockieren im Bundesrat gelegentlich Vorhaben der Bundesregierung.
Dazu kommt die internationale Lage. Geopolitische Spannungen, der Krieg in der Ukraine und wirtschaftliche Unsicherheiten zwingen die Regierung immer wieder, kurzfristig zu reagieren, statt langfristig zu planen.
Politische Wirkung Und Nächste Bewährungsprobe
Nach einem Jahr ist klar: Die Merz-Regierung hat Dinge bewegt, aber auch Erwartungen enttäuscht.
Vertrauen In Die Regierung Nach Einem Jahr
Die Zustimmungswerte für Kanzler Merz waren nach 100 Tagen historisch niedrig. Das Bild hat sich im weiteren Verlauf kaum verbessert.
Umfragen zeigen schwache Werte für Union und SPD, während Oppositionsparteien profitieren.
Das liegt nicht nur an konkreten Entscheidungen. Viele Menschen nehmen wahr, dass Versprechen nicht eingelöst wurden oder der Alltag sich nicht verbessert hat.
Vertrauen entsteht durch sichtbare Ergebnisse – und die blieben in einigen Bereichen einfach aus.
Welche Projekte Bis Zum Nächsten Wahlzyklus Entscheidend Werden
Bis zur nächsten Bundestagswahl muss die Koalition liefern, wenn sie ihre Wählerinnen und Wähler halten will.
Drei Themen stechen dabei besonders heraus.
- Die Wirtschaft: Schafft es die Regierung, Wachstum und neue Jobs zu fördern?
- Die Migration: Bleibt die Lage kontrollierbar, oder eskaliert die Debatte erneut?
- Die soziale Lage: Spüren Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen eine echte Entlastung?
Wer diese Entwicklungen verfolgt, kann ziemlich genau sehen, ob Schwarz-Rot seinen eigenen Ansprüchen wirklich gerecht wird.
Die Zeit läuft.



